Offshore-Windenergie
Wie der kontinuierliche Ausbau Entwicklungskosten senken könnte

Wir alle wissen: Die Offshore-Windenergie steckt noch in den Kinderschuhen. Gerade mal drei Windparkprojekte waren 2013 in Betrieb. Auf der anderen Seite warten 58 Windparks auf ihre Genehmigung. Eine Studie untersuchte nun die Kostenentwicklung, wenn die Offshore-Windenergie weiter ausgebaut wird.


Wer im Sommerurlaub über Nord- oder Ostsee fuhr, sah vielleicht die großen Windparks, mit den hohen Türmen und den sich drehenden Rotoren. Die Installation eines solchen Windparks verursacht enorme Kosten, die dann verringert werden können, wenn weitere Offshore-Anlagen gebaut werden. Die Studie „Kostensenkungspotenziale
der Offshore-Windenergie in Deutschland“ belegt diese Annahme. Es wurden an drei typischen Standorten für Offshore-Windparks zwei Ausbauszenarien untersucht. Die Forscher stellten sich die Frage, wie sich die Kosten entwickeln würden, wenn der Ausbau bis 2023 bei stabiler Marktentwicklung weiter vorangetrieben würde. Das Ergebnis klingt vielversprechend. Im ersten Szenario – hier wurde von einem Ausbau mit mindestens 9 Gigawatt installierter Leistung ausgegangen – könnten die Kosten um ca. 32 Prozent gesenkt werden. Das zweite Szenario übertrifft diese Hochrechnung: Bei einem Ausbau von 14 Gigawatt könnten die Kosten um bis zu 39 Prozent reduziert werden.
„Zentraler Treiber der Kostensenkung ist die kontinuierliche technische Weiterentwicklung entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Insbesondere bei den Investitionskosten können Einsparungen erreicht werden. So nehmen die Kosten für Tragstrukturen und weitere Komponenten sowie für die Installation ab. Der Einsatz größerer Turbinen senkt die spezifischen Kosten, da die Energieerträge deutlich steigen“ , kommentierte Frank Peter von Prognos, Mitverfasser der Studie, das Ergebnis.


Aber auch steigende Erfahrungswerte  im Hinblick auf Planung, Bau und Betrieb der Anlagen lassen die Kosten senken, wie zum Beispiel die Verbesserung der Logistik durch den Einsatz moderner Schiffe und optimierter Infrastruktur. Auch eine optimierte Serienfertigung und der steigende Wettbewerb lassen die Kosten schrumpfen. Jens Eckhoff, Präsident der Stiftung OFFSHORE-WINDENERGIE erklärt: „Wir haben in Deutschland eine Reihe von Projekten, die in den Startlöchern stehen. Ihnen fehlt derzeit die nötige Investitionssicherheit. Um die Erfahrungen aus den ersten deutschen Offshore-Windparks nutzen und die Weiterentwicklung der Industrie vorantreiben zu können, ist eine zeitnahe Umsetzung erforderlich. So kann Offshore-Strom einen wesentlichen Beitrag zur zukünftigen Energieversorgung leisten.“


Die Stiftung OFFSHORE-WINDENERGIE hatte die Studie gemeinsam mit Verbänden und Unternehmen aus der Offshore-Windindustrie beauftragt. Die Studie selbst kann hier heruntergeladen http://www.prognos.com/fileadmin/pdf/publikationsdatenbank/130822_Prognos_Fichtner_Studie_Offshore-Wind_Lang_de.pdf werden.

Lampertheim, 19.09.2013
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